Hoi An, Vietnam (mit Bildergalerie)

If you reject the food, ignore the customs, fear the religion and avoid the people, you might better stay at home. — James Michener

Hallo!

Eines Abends machten wir uns dann auf den Weg nach Hoi An in der Mitte Vietnams. Leider bedeutete das eine 18-stuendige Busfahrt, die wir in einem Nachtbus der Firma Hang Café aber relativ gut ueberstanden. Wie fast immer wurden wir aber wieder an einem zum Busunternehmen gehoerenden Hotel vor den Toren der Stadt abgeladen und von Xe-om-Fahrern (Motorradtaxis) umzingelt. Zu Fuss waren wir in zwanzig Minuten in der Altstadt Hoi Ans, mussten aber leider feststellen, dass das Hotel, das wir uns ausgesucht hatten, geschlossen war.

Das war aber eigentlich auch unser Glueck, denn als Alternative waehlten wir das Sanh Hien Family Guesthouse. Dabei handelte es sich um eines der schoenen, alten Haeuser, die Hoi Ans Charme ausmachen. An der Strassenseite war ein Souvenirladen und die drei Gaestezimmer lagen an der Rueckseite. Dazwischen befand sich der Wohnraum der Familie (zusaetzlich zu den Raeumen im ersten Stock). Da derzeit keine anderen Gaeste da waren, konnten wir uns das schoenste Zimmer mit uriger Einrichtung und Blick auf den Innenhof aussuchen. Dort befanden sich auch zwei sehr saubere Gemeinschaftsbaeder. Wir waren super zufrieden.

Da wir uns fuer den Rest unseres Vietnam-Aufenthaltes schon ein ziemlich straffes Programm ausgesucht hatten, ruhten wir uns nicht lange aus, sondern erkundeten sofort Hoi Ans Altstadt, die sogar zum UNESCO Welterbe zaehlt. Dank eines Motorradverbots geht es hier recht entspannt zu. Es reihen sich viele historische Gebaeude aneinander, die meisten mit einem Souvenirladen, einem Restaurant oder einer Schneiderei im Erdgeschoss. Hier vermischt sich die Architektur Japans, Chinas und Vietnams auf einzigartige Weise. Auf einem Markt schaffte es eine Schlepperin, uns in ein Gespraech zu verwickeln und allerhand Spaesse mit uns zu treiben. Besonders lustig fand sie den „Baum“ Erk, weil sie selber nur ca. 1,55 m gross war.

Um Hoi Ans Sehenswuerdigkeiten besichtigen zu koennen, muss man ein recht teures Gemeinschaftsticket fuer 90.000 Dong (3,50 Euro) kaufen. Damit kann man dann fuenf der 18 Alten Haeuser, Tempel, Versammlungshallen und Museen auch von innen sehen. Wir entschieden uns fuer den (enttaeuschend) kleinen chinesischen Quan Cong Temple, die chinesische Fukien-Versammlungshalle und das 200 Jahre alte Alte Haus der Familie Tan Ky. Auch die Japanische Tempelbruecke, ueber die wir auf der Suche nach unserem Hotel schon ohne Ticket spaziert waren, zaehlte zu den Sehenswuerdigkeiten. Besonders schoen fanden wir die Versammlungshalle, in der viele grosse Raeucherspiralen (Brenndauer 10 Tage) von der Decke hingen. Auch die huebschen Fliesen und eine mit einem Drachen verzierte Saeule hatten es Christin angetan.

Abends verwandelte sich Hoi An in ein Meer bunter Seidenlaternen und man konnte super an dem Fluss essen, der Hoi An von An Hoi (nicht zu verwechseln mit Ha Noi) trennt. Hoianesische Spezialitaeten sind cao lau (Nudelsuppe mit unglaublich geil gewuerztem Schweinefleisch, Kraeutern und Schweinecrackern) und co’m ga (gebratener Reis mit Huehnerfleisch). Ausserdem gab es bia hoi hoi an (frisch gezapftes Hoi-An-Bier) ab 3.000 Dong (11,5 Cent) pro Glas. Bei der vietnamesischen Variante von Bingo, bei der die gezogenen Woerter von einer Saengerin in ein Lied verpackt werden, setzte Christin sich erfolgreich gegen etwa zehn Mitstreiter durch und gewann eine Laterne. Das sah in etwa so aus:

In der Naehe Hoi Ans liegen die Tempel von My Son, die wir auf einer kleinen Motorradtour besichtigten. Im Gegensatz zu den Tempeln von Angkor sahen diese aber eher alt aus. Einige sind in der Tat sogar noch aelter, aber sie sind weit weniger gut erhalten, was aber auch an den Bombardierungen waehrend des Krieges liegt. Auf dem Rueckweg machten wir am wunderschoenen Strand von Cau Dai Halt. Da Erks Badehose in der Waesche war, kaufte er sich kurzerhand fuer kleines Geld eine neue, noch schoenere.

Der Strand war sehr breit und die hintere Haelfte war mit Palmen bepflanzt, sodass es genug Schatten gab. Dort befand sich auch ein kleines „Strassen“restaurant mit der ueblichen Plastikmoeblierung in Kindergroesse, in dem wir uns etwas co’m ga goennten. Das Wasser war super warm, es ging ziemlich flach ins Wasser und es lagen so gut wie keine Steine oder Muell herum. Im Grunde war dieser Strand noch schoener als der von Mui Ne, wo wir unseren Strandurlaub verbrachten. Am Abend konnten wir dann unsere Zugtickets fuer den naechsten Tag und den schicken, massgeschneiderten Mantel abholen, den Christin sich am Vorabend bestellt hatte. Auch konnten wir nicht widerstehen und kauften uns noch zwei der bunten Seidenlaternen. Christin hat angeblich schon eine Ahnung, wie sie sie in unserer neuen Wohnung, die wir noch gar nicht haben, einsetzen wird. Bald ist es Zeit fuer ein neues Paket… 😉

Am naechsten Tag sollte unser Zug aus Danang (ca. eine Bus-Stunde entfernt) um 14 Uhr nochwas abfahren. Wir wollten eigentlich um 11 Uhr zur Bushaltestelle aufbrechen, da wir mit einigen Verzoegerungen rechneten, jedoch luden uns unsere Gastgeber netterweise noch zu einem Mittagessen anlaesslich des Todestages der Mutter des Familienpoberhauptes ein. Da konnten wir natuerlich nicht Nein sagen. Nach und nach fanden sich etliche Familienangehoerige ein und es wurde gemeinsam gekocht. Um halb Zwoelf nahmen wir dann zusammen mit dem Hausherrn ein vorgezogenes Mahl inklusive zweier Biere ein. Er arbeitete halbjaehrlich als Koch fuer Lufthansa und Swiss Air und bestand darauf, dass wir ordentlich zulangten. Voellig ueberfuttert wurden wir dann von ihm und einem kompliziert Verwandten mit zwei Motorraedern zum Busbahnhof gebracht.

Dort wurde uns leider nur gegen Zahlung eines Touristenpreises (das Fuenffache des normalen Preises) Einlass in den Bus gewaehrt; und das, obwohl wir den echten Preis kannten und das auch kundtaten. In Sachen Dreistigkeit kann man den Vietnamesen echt nichts vormachen. Nunja, der Bus brachte uns dann fast genau bis zum Bahnhof von Danang, von wo aus der Schlafzug nach Hanoi mit nur wenigen Minuten Verspaetung zu seiner 14-stuendigen Fahrt aufbrach. Darueber berichten wir dann im naechsten Artikel, der eventuell nicht lange auf sich warten laesst, da wir gerade noch acht Stunden auf den Zug von Lao Cai zurueck nach Hanoi warten… 🙂

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